Vereinsleben

Traum von Profihandball

Da war doch was….. jcw greift in die lokale Handball-Geschichtskiste

06. November 2026 · von Johannes Christoph Weis · 2 Min. Lesezeit

Traum von Profihandball

Traum vom Profihandball

„Freuen Sie sich auf ein Handballballturnier der Extraklasse!“. Mit diesen Worten kündigte vor 25 Jahren Roland Münch, damals Trainer der Phönix Herrenmannschaft, ein hoch karätig besetztes Turnier in der Fremersberghalle an. Kennt ihr noch den Bonnfinanz-Cup? Phönix war sportlich auf dem Höhenflug. „3. Liga“! Unsere Mannschaft war gespickt mit Hochkarätern. Namen die noch heute manches Sinzheimer Handballherz höher schlagen lassen. Rudolf Osicka klar: Der tschechoslowakische Nationaltorwart, eine Legende im Tor. Aber kennt Ihr noch Peter „Gun“ Gerfen? Für unseren damaligen Manager Edgar Christ war das der „Traumtransfer“. Kam doch Gerfen mit der Empfehlung nach „Sinze“ als Torschützenkönig der Handball-Bundesliga. Der Transfer war aber unter sportlichen Gesichtspunkten ein Schlag ins Wasser. Gerfen brachte die erwartete Leistung nicht und glänzte nur am Siebenmeter. „Dazu hätten wir ihn aber nicht gebraucht“, war vermutlich der Kommentar unseres Fanklub um Artur Huck und Michael „Boss“ Ernst. Immerhin hatten wir da ja noch „Maieeeeer“ im Team, der später in der Oberliga Baden-Württemberg kaum einen Siebenmeter verschoss. Und auch ein gewisser dänischer Nationalspieler namens Hans Christensen, der kurz vor Weihnachten 2000 für eine hohe Ablöse für Phönix von Edgar Christ verpflichtet wurde. Finanzielle Dimensionen, die heute undenkbar wären. Der Spielbetrieb der ersten Männermannschaft lief damals über eine GmbH, die schon seit Jahrzehnten Geschichte ist. Christensen verließ bald wieder den Verein und wurde später Spieler und „Headcoach“ beim Drittligisten Pforzheim-Eutingen.

Ein anderer in der Sinzheimer Mannschaft war Lubomir Vermirovsky. Drei Jahre spielte er bei Phönix. Ein echter Shooter, der insbesondere in der Oberliga Baden-Württemberg als Torjäger der Schrecken vieler Gegner war. In der Torschützenliste stand der Mann mit dem gewaltigen Wurf immer ganz oben. Nach seiner Zeit bei Phönix spielte er zehn Jahre erfolgreich in der ersten spanischen Liga. Welches Potenzial das Sinzheimer 3.Liga Team hatte, zeigte sich auch bei dem Bonn-Finanzcup: In einem begeisternden Spiel schlugen die Mannen um Roland München den tschechoslowakischen Dauer-Titelträger und Europapokalfinalisten Dukla Prag in der voll besetzten Fremersberghalle. Blieb noch zu erwähnen, dass in den Reihen von Dukla Prag kein Geringerer als Philipp Jicha, die spätere Spieler- und Trainer-Legende des THW Kiel, stand. Und erst gegen Kronau-Östringen, Vorgänger der Rhein-Neckar Löwen, unter Trainer Michael Roth, Silbermedaillengewinner von Los Angelos, zog man den Kürzeren. Damals ging bei den „Löwen“ der Stern eines gewissen Christian Zeitz auf. Bliebe noch zu erwähnen, dass im Sinzheimer 3.Liga-Team mit Torwart Ingo Frietsch, Daniel Meier, Christian Hauser und Dominik Geibel vier Ur-Sinzheimer Eigengewächse, standen.

Wer selbst spannende Handball-Geschichte aus persönlichem Erleben hat, kann eine Mail schicken. Unsere Rubrik „Da war doch was..“ ist erreichbar unter der E-Mail-Adresse: weisjohanneschristoph@gmail.com