Vereinsleben

Warum drei Vereine gemeinsame Sache machen

Immer weniger Vereine bringen eigene Jugendmannschaften auf die Platte. Die JHA Baden ist die Antwort dreier Klubs auf genau dieses Problem – und ein Modell, das seit 2008 wächst.

22. Juli 2026 · von JHA Baden · 2 Min. Lesezeit

Wer im Jugendhandball unterwegs ist, kennt das Bild: Ein Jahrgang ist stark besetzt, der nächste bringt gerade noch sieben Kinder zusammen. Mal fehlt der Torwart, mal der Trainer, mal schlicht die Zahl an Spielerinnen und Spielern, um überhaupt eine Mannschaft zu melden. Am Ende zieht ein Verein sein Team zurück – und die Kinder, die weiterspielen wollen, stehen ohne Angebot da.

Genau an diesem Punkt setzt die Jugendhandballakademie Baden an. Der Verein besteht seit 2008; seit der Saison 2018/19 nehmen wir mit mehreren Mannschaften am Spielbetrieb des Südbadischen Handballverbands teil. Getragen wird das Ganze von drei Traditionsvereinen: dem BSV Phönix Sinzheim, der TS Ottersweier und dem TuS Großweier.

Drei Vereine, ein Jahrgang

Die Idee dahinter ist unspektakulär und wirkungsvoll zugleich: Was ein einzelner Verein in einem Jahrgang nicht stemmen kann, schaffen drei gemeinsam. Statt drei halber Mannschaften entsteht ein vollständiges Team – mit Wechselspielern auf der Bank, mit Trainingsgruppen in vernünftiger Größe und mit Gegnern auf Augenhöhe.

Für die Kinder heißt das ganz konkret:

  • Sie können in ihrem Jahrgang weiterspielen, auch wenn der eigene Verein gerade zu wenige Anmeldungen hat
  • Sie trainieren in Gruppen, die groß genug für echte Spielformen sind
  • Sie treffen auf Leistungsniveau, das sie fordert, statt auf Zufallsbesetzungen

Der Stammverein bleibt der Stammverein

Ein Punkt ist uns dabei besonders wichtig, und er wird oft missverstanden: Die JHA ersetzt keinen der drei Vereine. Sie ergänzt sie.

Jeder Spieler soll immer wissen, welches sein Stammverein ist.

Die Kinder kommen aus Sinzheim, Ottersweier und Großweier – und sie bleiben dort zu Hause. Was in der JHA zusätzlich entsteht, ist ein zweites Zugehörigkeitsgefühl: das zur eigenen Mannschaft, über die Ortsgrenzen hinweg. Beides schließt sich nicht aus. Wer schon einmal erlebt hat, wie Kinder aus drei Gemeinden nach einem knappen Sieg gemeinsam in der Halle stehen, weiß, dass das funktioniert.

Mehr als Tore

Leistungsorientierung heißt bei uns nicht, dass am Ende nur das Ergebnis zählt. Zur Ausbildung gehört ausdrücklich auch, was neben dem Feld passiert. Disziplin, Teamgeist, Ehrgeiz und Verantwortung sind keine Plakatwörter, sondern das, woran wir im Training tatsächlich arbeiten.

Dazu haben wir einen Verhaltenskodex festgehalten, an den sich die Kinder und Jugendlichen halten – im Kern klassische Benimmregeln. Sich ein- und unterordnen, Probleme lösen, Verantwortung übernehmen: Das sind Fähigkeiten, die weit über den Handball hinaus tragen.

Ein Projekt mit offener Tür

Das Ganze wurde mit einer ordentlichen Portion Mut und Optimismus gestartet und ist langfristig angelegt. Die drei Vereine zeigen damit, dass sie in ihre Jugendarbeit investieren wollen – denn die Jugend, und dabei jeder einzelne Spieler, ist die Zukunft und die Basis der Vereine.

Und das Projekt ist ausdrücklich offen: Weitere Vereine aus der Region sind jederzeit willkommen. Wer über eine Zusammenarbeit sprechen möchte oder wessen Kind bei uns mittrainieren will, erreicht uns über die Kontaktseite – oder meldet sich direkt über das Formular Mitglied werden.

#Stammvereine#Philosophie#Nachwuchs